Argentinien ächzt unter der Schuldenlast

Der argentinische Präsident Alberto Fernandez hat eine Zahlungsfrist für die Schuldentilgung verstreichen lassen. Das Land steuert damit auf einen Staatsbankrott zu. Es wäre nicht der erste. (Archivblid)
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Im Ringen um eine Restrukturierung der Staatsschulden hat Argentinien erneut eine Zahlungsfrist verstreichen lassen. Das südamerikanische Land steuert damit weiter auf einen drohenden Zahlungsausfall zu.

Buenos Aires. Die Regierung zahlte fällige Zinsen auf Staatsanleihen in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar am Mittwoch nicht, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Nun bleiben Argentinien noch 30 Tage Zeit, um sich mit den privaten Gläubigern auf eine Umschuldung zu einigen. Gelingt keine Einigung, droht Argentinien erneut die Staatspleite.

Argentinien will Kredite in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar restrukturieren und hatte den privaten Gläubigern in der vergangenen Woche ein Angebot für eine Umschuldung unterbreitet. Die Offerte sah einen Schuldenschnitt und ein Zahlungsmoratorium bis 2023 vor. Mehrere Gläubigergruppen lehnten das Angebot allerdings bereits ab.

Das südamerikanische Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Argentinien leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer grossen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht.

Wegen der Corona-Pandemie verhängte die Regierung zuletzt zudem weitreichende Ausgangsbeschränkungen und legte die Wirtschaft für Wochen praktisch lahm. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 5,7 Prozent.