Südamerika: Regierungen arbeiten gegen Corona-Krise zusammen – ohne Venezuela

Videokonferenz der Prosur-Vertreter zur Corona/Covid-Krise
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Santiago de Chile. Die Regierungen der am Forum für den Fortschritt Südamerikas (Prosur) beteiligten Länder Argentinien, Brasilien, Boliven, Chile, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Peru und Uruguay haben eine enge Zusammenarbeit zur Eindämmung der Corona-Pandemie vereinbart. Das linksregierte Venezuela wurde dabei ausgeschlossen.

Zu den Absprachen gehört nach Angaben der chilenischen Regierung unter anderem, die Grenzen der Mitgliedsländer „koordiniert und wirksam zu schützen“ und den Personenverkehr zu kontrollieren. Die Rückkehr der Staatsbürger in ihre jeweiligen Länder soll erleichtert werden. Diese Maßnahmen sollen präventiv gegen die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus dienen, so Chiles Präsident Sebastian Piñera nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen und dem brasilianischen Außenminister am Montag. Chile hat derzeit die Präsidentschaft in dem Regionalbündnis inne.

Wie Perus Außenminister informierte, kamen die Regierungen auch überein, gemeinsame Einkäufe von Krankenhausbedarf und Medikamenten durchzuführen, „damit ein besserer Preis erzielt und die Beschaffung erleichtert werden kann“, so Minister Antonio Rivas. Allgemein werde ein freier Waren- und Güterverkehr ermöglicht, betonte er.

Zudem werde man sich mit Finanzorganisationen wie der Interamerikanischen Entwicklungsbank und der Lateinamerikanischen Entwicklungsbank koordinieren, um die regionale Wirtschaft zu unterstützen.

Zusammen mit den Außen- und Gesundheitsministern vereinbarten die Präsidenten, einen ständigen Kommunikationskanal offen zu halten, um Informationen aus ihren jeweiligen Ländern über das Coronavirus auszutauschen.

Das Regionalbündnis Prosur wurde im 2019 von acht rechts regierten Ländern Südamerikas als Gegenprojekt zur Union südamerikanischer Nationen (Unasur) gegründet. Bolivien, Surinam und Uruguay nahmen damals nur als Beobachter teil. Venezuela war von Beginn an die Aufnahme verweigert worden. Das linksregierte Land wurde auch jetzt nicht in die Absprachen und Vereinbarungen zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Corona-Pandemie einbezogen.