Sieben Länder schließen Pakt zum Schutz des Amazonasgebiets

Teilnehmer des Amazonas-Gipfels im kolumbianischen Leticia: "Ein Schatz, den wir alle gemeinsam hüten müssen" (L-R) Brazilian Minister of Foreign Affairs Ernesto Araujo, Presidents of Bolivia Evo Morales, Peru Martin Vizcarra, Colombia Ivan Duque, Ecuador Lenin Moreno and Suriname Vicepresident Michael Ashwin Satyandre Adhin attend a summit to discuss measures for preventing and fighting forest fires in Leticia, Colombia, 06 September 2019. The leaders of Amazon countries signed the 'Leticia Pact for the Amazon'. Amazonian countries summit to discuss measures against forest fires, Leticia, Colombia - 06 Sep 2019

 
 
 

„Entscheidend für das Überleben unseres Planeten“: Bei einem Gipfeltreffen im Dschungel haben Vertreter sieben südamerikanischer Länder den „Pakt von Leticia“ unterzeichnet – es geht um den Schutz des Regenwalds.

Sieben Länder aus Südamerika haben sich auf eine gemeinsame Strategie zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung in der Amazonasregion geeinigt. Vertreter aus Brasilien, Bolivien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Suriname und Guayana unterzeichneten dafür den Pakt von Leticia für Amazonien. „Amazonien ist unser Erbe, unterliegt unserer Souveränität, aber wir können es mit der Welt teilen“, sagte Kolumbiens Präsident Iván Duque. „Es ist ein Schatz, den wir alle gemeinsam hüten müssen.“

Duque empfing die Regierungsvertreter der Region zum Amazonasgipfel in Leticia in einer traditionellen Hütte der indigenen Gemeinschaften im Dschungel. „In den vergangenen Jahren haben wir Tausende Hektar Regenwald verloren, weil illegal neue Weide- und Ackerflächen geschaffen werden“, sagte Duque. Der Schutz des Regenwalds müsse unbedingt verbessert werden. „Dies ist entscheidend für das Überleben unseres Planeten.“

Mit dem Abkommen verständigten sich die Länder auf konkrete Aktionen zum Schutz des Amazonasregenwaldes. „Es bleibt nichts mehr zu sagen, denn nach den Unterschriften muss nun gehandelt werden“, sagte Ecuadors Staatschef Lenin Moreno. Sein Kollege Evo Morales sagte, die Menschen müssten sich auf ein harmonisches Verhältnis zur Mutter Erde zurückbesinnen. Allerdings war der linke Präsident zuletzt selbst in die Kritik geraten, weil er nur sehr zögerlich reagierte, als in den vergangenen Wochen riesige Flächen in Bolivien abbrannten.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro konnte wegen einer bevorstehenden Operation nicht persönlich an dem Gipfel teilnehmen und wurde per Videokonferenz zugeschaltet. Er verteidigte seine Umweltpolitik und warf Ländern wie Frankreich erneut vor, sich in die inneren Angelegenheiten von Brasilien einzumischen.

„Dieser Pakt ist etwas ganz Besonderes. Wir werden von der ganzen Welt beobachtet und einige glauben, dass wir nicht in der Lage sind, die wunderbare Natur von Amazonien zu verwalten“, sagte der brasilianische Außenminister Ernesto Araújo nach der Unterzeichnung des Abkommens. „Mit diesem Dokument beweisen wir, dass wir dazu fähig und dass wir gemeinsam für den Schutz und die vernünftige Entwicklung der Region arbeiten.“