Ripple und Großbank Santander wollen in Südamerika wachsen

Santander als eine der weltweit wichtigsten Banken sieht Online-Banking und internationale Geldtransfers in Südamerika als Wachstumsmarkt. Bei der technischen Umsetzung neuer Angebote auf dem Kontinent setzt Santander erneut auf Ripple, allerdings ohne den Einsatz von XRP.

 
 
 

Ripple (XRP) hatte im Juni angekündigt, in seinen Expansionsplänen Südamerika in den Fokus zu stellen. Wie nun bekannt wurde, wird dabei auch erneut Ripples Kooperationspartner Santander eine wichtige Rolle spielen. Denn die spanische Großbank will offenbar ihre App One Pay FX in Südamerika ausrollen, die technologisch auf dem Ripple-Netzwerk beruht. Santander One Pay FX hat in seinen bisherigen Märkten Spanien, Großbritannien, Polen und Brasilien für große Umsätze gesorgt und macht es möglich, im Online-Banking auch grenzübergreifende Überweisungen in Echtzeit mit niedrigen Gebühren zu tätigen, Der Haken daran für Ripple: One Pay FX benutzt xCurrent und nicht xRapid, also lediglich das Ripple-Netzwerk und nicht die Kryptowährung XRP.

Ripples Dilemma: Technik ohne XRP gefragt

Aus Sicht von Anlegern sind die neuen Nachrichten um Ripple und XRP wenig ermutigend: Da geht Santander einen ganzen Kontinent offensiv an, um Online-Banking im internationalen Stil voranzutreiben. Wer etwa in den letzten Jahren in Uruguay war, weiß darum, dass es dort und in den Nachbarländern tatsächlich riesigen Aufholbedarf in Sachen modernes Banking gibt. Aber Satander vertraut eben nur dem Ripple-Netzwerk als Blockchain-ähnlicher Lösung. Der XRP, die native Kryptowährung bei Ripple, bleibt bei Santander wieder einmal außen vor, verrechnet werden Fiat-Token gegeneinander und nicht in XRP. Ob Ripple zumindest durch Lizenzgebühren an One Pay FX verdient, ist fraglich. Weiteres Fragezeichen: Macht sich Ripple jetzt selbst Konkurrenz? Denn zuletzt kaufte sich Ripple bei MoneyGram ein, einem Finanzdienstleister für internationale Geldtransfers. Dieser ist bereits breit vertreten in Südamerika und dürfte kaum erfreut sein über die Konkurrenz von Santander im Kerngeschäft.

Fazit: Kurs von XRP schwächelt dauerhaft, Ripple mit Defiziten bei Strategiezielen

Ripple und XRP waren angetreten, um das System grenzübergreifender Geldtransfers von der analogen Zeit in die digitale Welt zu überführen. Im Fall Ripple klappt das zunehmend, Santanders One Pay FX ist eine Erfolgsgeschichte. Doch der Fall XRP ist besorgniserregend: Selbst gute Nachrichten zu Ripple geben dem Kurs von XRP keinen Auftrieb, die Zwischenhochs nach dem Einstieg bei MoneyGram sind bereits wieder Vergangenheit. Unter fachkundigen Anlegern verfestigt sich die Position: Das ursprüngliche Konzept von Ripple und XRP geht nur teilweise auf, der XRP ist weit weniger gefragt als erhofft.