Venezuela bittet nach US-Sanktionen Vereinte Nationen um Hilfe

Juan Guaidó

 
 
 

Venezuela verlangt, dass der Sicherheitsrat die UN-Charta geltend macht und den Frieden sicherstellt. Zuvor hatten die USA ihre Sanktionen gegen das Land erweitert.

Caracas. Nach den neuen US-Sanktionen gegen Venezuela hat die UN-Mission des südamerikanischen Landes die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten. „Wir verlangen dringend, dass der Sicherheitsrat die UN-Charta geltend macht, das Völkerrecht verteidigt und den Frieden sicherstellt“, heißt es in einem Brief an das mächtigste UN-Gremium, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die USA verhielten sich nicht wie eine Weltmacht, sondern wie ein Schurkenstaat.

Zuvor hatte das Außenministerium in Caracas die USA bereits scharf kritisiert und die neuen Sanktionen als „Terrorismus“ bezeichnet. Washington verstärke damit die kriminelle wirtschaftliche und finanzielle Blockade, die der venezolanischen Gesellschaft bereits schwere Wunden zugefügt habe.

Neben schon bestehenden Sanktionen gegen Einzelpersonen und staatliche Stellen hatte US-Präsident Donald Trump am Montag mit sofortiger Wirkung auch das gesamte Vermögen der Maduro-Regierung in den USA einfrieren lassen. Dieser Schritt sei nötig wegen der fortgesetzten widerrechtlichen Machtaneignung seitens Präsident Nicolás Maduro, hieß es in der Präsidentenverfügung.

Seit Monaten liefern sich Maduro und der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó einen erbitterten Machtkampf. Die USA und zahlreiche andere Staaten haben Guaidó bereits als legitimen Übergangspräsidenten anerkannt. Allerdings kann er sich in Venezuela selbst bislang nicht durchsetzen. Maduro wird vom mächtigen Militär sowie von Russland und China unterstützt. Diese Länder sind ständige Mitglieder im UN-Sicherheitsrat – genau wie die USA.