Mate-Tee: Zubereitung und Wirkung des Wachmachers aus Südamerika


 
 
 

Mate-Tee ist ein natürlicher Muntermacher mit langer Tradition. Wie der südamerikanische Tee wirkt, zubereitet und hergestellt wird, erfährst du hier.

Mate-Tee: Südamerikanisches Traditionsgetränk

Der Mate-Tee (auch kurz „Mate“ genannt) ist ein Heißgetränk aus dem Sud kleingeschnittener und getrockneter Blätter des Mate-Strauchs (Ilex paraguariensis). Er stammt ursprünglich aus Südamerika, wo er heute noch viel getrunken wird. Dort wird der Tee oft gemeinschaftlich in traditionellen Tee-Zeremonien getrunken. Diese unterliegen zahlreichen, meist mündlich überlieferten Regeln, die ein respektvolles und höfliches Miteinander fördern sollen.

Mittlerweile wird Mate-Tee auch bei uns immer beliebter: Du kannst sowohl den reinen Tee, als auch diverse Mischgetränke aus Mate im Handel finden (– oder online, zum Beispiel bei **Avocadostore). Die koffeinhaltigen Blätter der Mate-Strauchs wirken belebend und regen die Verdauung an.

Mate-Tee: So wird er hergestellt

Mate als Tee gibt es in zwei verschiedenen Zubereitungsformen:

grüner Mate (Taragin)
gerösteter Mate (Chá Mate)

Beide Sorten bestehen aus Blättern, Stielen und Triebspitzen des im Winter geschnittenen Mate-Strauchs. Für Chá Mate werden diese in Trommeln aus Draht über offenem Feuer gedreht. Hierdurch werden Enzyme in der Pflanzenteilen zerstört und der natürliche Fermentationsprozess unterbrochen. Er erhält ein charakteristisch rauchiges Aroma.

Für grünen Mate wird das zerkleinerte Schnittgut fermentiert, indem es rund einen Monat lang bei 60 Grad erhitzt wird. Anschließend wird der Tee für wenige Minuten auf 400 °C erhitzt, wodurch die Mate-Stückchen über die Hälfte an verbliebenem Wasser verlieren.

Beide Sorten werden abschließend einige Tage weiter getrocknet, bis nur noch eine geringe Restfeuchte erhalten bleibt. Danach werden sie in gleich große Stückchen zerkleinert oder zu Pulver gemahlen und verpackt.

Der Geschmack beider Mate-Arten ist rauchig-erdig, leicht süß und enthält eine bittere Note. In vielen Regionen wird der herbe Geschmack mit süßen Zutaten veredelt, zum Beispiel mit Orangenstückchen, Pfefferminze oder Zimt.

Mate-Tee traditionell zubereiten

Um Mate-Tee aufzugießen, benutzt man traditionell eine Kalebasse. Das typische bauchige Trinkgefäß wird meist aus Holz oder getrocknetem Kürbis hergestellt. Mate-Tee wird aus einer Bombilla getrunken. An dem Trinkröhrchen aus Metall ist unten ein kleines Sieb befestigt, sodass die kleinen Blätter beim Trinken nicht angesaugt werden können. Beides kannst du im gut sortierten Tee-Fachhandel oder im Weltladen erhalten.

So bereitest du Mate-Tee traditionell zu:

Fülle die Mate-Kalebasse zu Beginn etwa bis zur Hälfte mit getrockneten Mate-Blättern.
Verschließe anschließend die Öffnung mit der flachen Hand, drehe das Behältnis auf den Kopf und schüttle es leicht hin und her. Hierbei trennen sich die feinen von den gröberen Teeblättern.
Drehe die Kalebasse vorsichtig wieder um.
Feuchte die Mateblätter mit einigen Tropfen warmem Wasser an. Drücke sie dann entlang einer Seite des Gefäßes am Rand fest.
Stecke die Bombilla auf der gegenüberliegenden Seite in das Gefäß.
Lasse die angefeuchtete, an den Rand gedrückte Mate noch etwas ziehen, bevor du die gesamte Kalebasse mit Wasser aufgießt. Die Blätter quellen währenddessen besser auf und verfangen sich später weniger im Sieb.
Fülle die Mate-Kalebasse nun bis zum Rand mit etwa 70 °C heißem Wasser auf. Gieße das Wasser entlang der Bombilla langsam in das Gefäß: So verhinderst du, dass die vorsortierten Blätter erneut aufgewirbelt werden.
Nach zwei bis drei Minuten Ziehzeit ist der Mate-Aufguss verzehrfertig.

Klassischerweise wird Mate einige Male aufgegossen. Der erste Aufguss ist meist sehr bitter und wird daher häufig direkt weggeschüttet. Auf Reisen führen viele Südamerikaner heißes Wasser in Thermosflaschen mit sich, um auch unterwegs ihre Mate-Kalebasse füllen zu können. Spätestens wenn sich keine Bläschen mehr bilden und einzelne Mateblättchen an der Oberfläche schwimmen, musst du den Tee neu zubereiten.

Mate-Tee: Zubereitung in der Teekanne

Natürlich kannst du auch ohne die traditionelle südamerikanische Trinkausrüstung deinen Mate genießen. Er lässt sich auch ganz klassisch in der Teekanne zubereiten.

Gib hierzu etwa fünf Teelöffel Mate-Tee in ein Teesieb und gieße es mit einem Liter kochendem Wasser auf. (Für nur eine Tasse brauchst du einen gehäuften Teelöffel Tee.) Lasse den Mate 3-5 Minuten im heißen Wasser ziehen und gieße ihn bis zu dreimal neu auf.

Tipp: Wenn du magst, kannst du deinen selbst zubereiteten Mate auch mit Kräutern verfeinern. Dazu eignen sich beispielsweise verschiedene Minzsorten, Zitronenmelisse oder getrocknete Fruchtstückchen.

Wirkungen von Mate-Tee auf die Gesundheit

n einer an der University of Illinois durchgeführten Studie konnten in Mate-Tee zahlreiche gesunde Stoffe gefunden werden. Der Tee soll unter anderem cholesterinsenkend und kreislaufanregend sein. Außerdem soll er das Herz-Kreislauf-System stärken. Mate-Tee ist darüber hinaus eine kleine Vitaminbombe – er beinhaltet unter anderem:

Vitamin A
Vitamin B1
Vitamin B2
Vitamin C
Eisen, Kalium, Kalzium und Zink

Mate-Tee soll außerdem beim Abnehmen helfen, da er die Blutfettwerte reguliert und Heißhunger-Attacken vorbeugt. Allerdings sind nicht alle Sorten unproblematisch:

Anfang 2017 fand Öko-Test Schadstoffe in vielen Mate-Tee-Sorten, darunter das potentiell krebserregende Pflanzenschutzmittel Anthrachinon. Ein Ratgeber des NDR rät dazu, den Tee nicht zu häufig aufzugießen: So können die schwer wasserlöslichen Giftstoffe nicht so einfach in den Tee übergehen. Grüner Mate-Tee enthalte außerdem weniger Schadstoffe als die geröstete Variante.

Wie jedes Heißgetränk solltest du Mate nicht zu heiß trinken. Eine Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) deutet darauf hin, dass heiße Getränke Speiseröhrenkrebs verursachen können. Lasse den Tee mindestens auf 65 Grad abkühlen, bevor du ihn zu dir nimmst.

In einem Interview mit der Zeitschrift Ökotest empfiehlt der Allgemeinmediziner Dr. Dr. Erwin Häringer, nicht mehr als 2 Tassen Mate-Tee pro Tag zu sich zu nehmen.

Mate-Tee: besser Bio

Weil Mate-Tee relativ viele Schadstoffe enthalten kann, solltest du auf Bio-Marken zurückzugreifen und im Zweifel etwas tiefer in die Tasche greifen. Bei Öko-Test schnitt die Marke „Oasis Bio“ letztes Jahr als einzige mit einem „sehr gut“ ab. Eine große Auswahl an Bio-Mate-Tees findest du im Bioladen und gut sortiertem Supermarkt.